Hier mal eine kurzanleitung wie man einen Vergaser richtig abstimmt:
Prinzipiell sollte bei jeder Änderung am Motor davon ausgegangen werden das der Vergaser neu abgestimmt werden muß. Der Zweitakter reagiert auf eine falsche Bedüsung recht empfindlich.
Grundsätzlich gilt das man zum kontrollieren der richtigen Düse etwas Feingefühl benötigt sowie seinem Motor gut 'zuhört' da er nahezu alle wichtigen Signale die zur Abstimmung notwendig sind von sich gibt.
Ich beschreibe hier jetzt erstmal die Abstimmung der Hauptdüse da bei kleineren Modifikationen (Auspuff/Zylinderwechsel) meist auch nur diese getauscht werden muß.
Zu mager
ie zu 'magere' Abstimmung bei der der Motor zu wenig Benzin auf zu viel Luft erhält.
URSACHEN: Das passiert wenn der Motor undicht ist (z.b. an den Wellendichtringen der Kurbelwelle) oder eine Vergaserdüse durch Veunreinigung verstopft ist oder aber eine Änderung am Motor vorgenommen wurde. Das kann ein anderer Luftfilter, ein größerer Zylinder oder aber auch einfach ein anderer Auspuff sein.
SYMPTOME:Der Motor stirbt ab sobald Vollgas gegeben wird. Meist kann man aber noch mit ein wenig Gasgriffakrobatik fahren. Klingelt der Motor (ein helles klimpernd/knisterndes Geräusch das sich mit der Last des Motors ändert/verschwindet) oder zeigt das Zündkerzengesicht nicht die optimale, leicht bräunlich/graue Farbe sondern ist hellweiß evtl. sogar mit Schmorstellen oder Schmelzkügelchen überzogen, so ist das Gemisch zu mager eingestellt. Ein derartiger Gemischbildungsfehler erweist sich als besonders fatal, da er die Brennraum- und daher die Motortemperatur unzulässig nach oben treibt. Beim 'Klingeln' entzündet sich das Gemisch bereits an der (zu heißen) Zündkerze oder dem heißen Kolbenboden oder den Zylinderwänden, noch bevor der Zündfunke eine Zündung einleiten soll. Die abwärtslaufende Flammenfront schlägt auf den aufwärtslaufenden Kolbenboden auf und übt mechanische Kräfte auf Kolben, Pleuel, Kurbelwelle und Lager aus und führt längerfristig zu Motorschäden durch ruinierte Lager oder durchgebrannte Kolben. Dieser Betriebszustand ist für den Motor sehr schädlich da der Motor zu heiß wird und im ungünstigsten Falle klemmt/frißt (Zylinderschaden).
LÖSUNG: Abhilfe schafft eine größere Hauptdüse.
Zu fett
as Gegenteil ist die sogenannte zu 'fette' Abstimmung bei der der Motor zuviel Benzin auf zu wenig Luft bekommt.
URSACHE:Das passiert wenn z.b. dauernd mit Choke gefahren wird z.B. weil dieser defekt ist oder klemmt. Desweiteren kann ein schmutziger Luftfilter oder eine defekte Schwimmernadel mögliche Ursache sein.
SYMPTOME: Der Motor stottert (viertaktet) und kommt aus dem unteren Drehzahlbereich nicht in die Gänge ->Er 'versäuft'. Der Motor verliert bei Vollgas an Leistung, ruckt oder rußt anormal und tendiert beim leichten Schließen des Gasgriffes zum Beschleunigen. Das Zündkerzengesicht zeigt eine rußige, schwarze oder sogar leicht ölig/feuchte Färbung.
LÖSUNG: Die Hauptdüse verkleinern.
P.S.:Bei Sehr stark getunten Motoren kann es passieren das der orig. Luftfilterkasten nicht mehr ausreichend ist. Dann muß auf einen Rennluftfilter umgerüstet werden (bei 70cm³ meist erst oberhalb von 15PS).
TUNING: Wenn der Vergaser auf ein neues Motorsetup abgestimmt werden soll so ist grundsätzlich so vorzugehen; Es wird ein bewusst zu fetter Startwert der Hauptdüse gewählt.
Das kann bei einem Minarelli Motor mit 70'er Zylinder z.b. eine 100'er Düse sein. Damit sollte der Motor auf jeden Fall stark drosseln, d.h. der Motor kann kaum nennenswerte Drehzahlen aufbauen. Jetzt kann die Hauptdüse schrittweise verkleinert werden bis der Motor sauber ausdreht. Dies ist die nahezu perfekte Düse die dem Motor ausreichend Sicherheit bietet. Tuningfüchse können jetzt noch ein wenig experimentieren und die Düse evtl. noch wenige Nummern kleiner wählen um das Optimum aus dem Motor herauszukitzeln.
Ein guter Anhaltswert bietet da immer das Zündkerzenbild. An ihm läßt sich halbwegs zuverlässig die Gesundheit des Triebwerkes ablesen.
Leider ist das aufgrund sehr aschefrei verbrennender Öle heutzutage nicht mehr ganz so einfach. Das Kerzenbild für die Hauptdüsenbestimmung kann im übrigen auch erst nach mehren Kilometern Vollgas zuverlässig bestimmt werden. Ansonsten ist die Kerze vom durch die Stadt zuckeln/vor der Ampeln stehen verölt/rußig.

Zum wechseln der Hauptdüse den Vergaser vom Ansaugstutzen herunterziehen.
Dann den Vergaser möglichst gerade halten und die beiden Schwimmerkammer schrauben lösen.
Das Benzin in der Schwimmerkammer in ein altes Marmeladenglas o.ä. füllen (keine Kunststoffbehälter, die lösen sich meist auf!).

Die mittig unterhalb des Gasschiebers sitzende Düse (meist auch die größte) ist die Hauptdüse. Zum wechseln einfach mit einem gut passenden Schraubendreher gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen.

Die Feinabstimmung für den Leerlaufbereich erfolgt dann über die sog. Luftschraube.
Bei den auf den meisten 50'ern verwendeten Dell'Orto PHV Vergaser wird das Leerlaufluftgemisch beim hereindrehen dieser Schraube fetter, beim herausdrehen magerer.
Grundeinstellung ist 1 1/2 ganze (3halbe) Umdrehungen vom Anschlag heraus gedreht.